Kritik des „Friedenspfades“ der Friedensstiftung Günter Manzke

Kritik des „Friedenspfades“ der Friedensstiftung Günter Manzke

Zur Lüneburger „Erinnerungskultur“ im öffentlichen Raum und vom Versuch, sich die Vergangenheit zurechtzubiegen

Vorwort
Von der „Friedensstiftung Günter Manzke“ wurde in Lüne-burg im Jahre 2014 ein „Friedenspfad“ installiert und am 23. August d. J. öffentlich eingeweiht. Es handelt sich hier-bei um einen „Stadtrundgang zu Denkmalen und Orten des Gedenkens in Lüneburg“ im Bereich des engeren Stadtge-biets. Mit einem Informations-Faltblatt (erhältlich am Tou-risten Info-Point im Rathaus) wird zum Besuch dieser 24 Orte eingeladen. An den in diesem Faltblatt beschriebenen und zum Aufsuchen empfohlenen Orten wurden „Erklä-rungstafeln“ angebracht, um den Betrachtern/-innen nähere Informationen über diese Gebäude und Denkmale zu liefern. Alle Tafeln sind mit dem Manzke-Logo und einem Hinweis auf die Manzke-Stiftung versehen. Auf einigen dieser Erklärungstafeln sind zudem QR-Codes angebracht, um den Besuchern/-innen an Ort und Stelle über das Internet weitere Informationen zu liefern. Zur Realisierung dieses Vorhabens stellte die Stiftung 30.000 Euro bereit.
Um diesen Friedenspfad gab es bereits während der Konzeptions- und Entstehungsphase eine sehr kontroverse Debatte, die nach der Herausgabe des Prospekts, der Installierung der Erklärungstafeln und mit der Einweihung des Pfades noch an Heftigkeit zunahm und die bis heute anhält.
Mit dieser Schrift stellen wir unsere Kritik am Friedenspfad umfassend dar. Wir hoffen damit unserer Kritik an diesem Friedenspfad mehr Gehör zu verschaffen, die bislang von der Kommunalpolitik und von der Manzke-Stiftung ignoriert, als auch von der örtlichen Presse überwiegend negiert wurde.
In einem ersten ausführlichen Teil formulieren wir unsere grundsätzliche Kritik an diesem Friedenspfad; an den politischen Implikationen der „Friedensstiftung G. Manzke“ im kommunalpolitischem Gefüge Lüneburgs, an der Entste-hungsgeschichte, an der politischen Grundkonzeption und der Systematik des Friedenspfades. Ein zweiter Teil fragt nach dem Finanzier des Friedenspfades, dem Wirken des Sponsors auf wirtschaftlichem Gebiet und seinem politi-schem Umfeld, um Einfluss- und mögliche Erwartungshaltungen deutlich zu machen. In einem dritten Teil werden in dieser Schrift Informationen zu den einzelnen Stationen des Friedenspfades geliefert. Die Darstellungen der Friedenspfad –Akteure werden dabei kritisch beleuchtet. Vielfach musste dafür eine ausführliche Schilderung der historischen Ereignisse erfolgen; an anderen Stationen genügte ein kür-zerer Hinweis und ein Verweis auf Veröffentlichungen.
Wir beziehen uns hier ausschließlich auf die im öffentlichen Raum durch Prospekt und Tafeln vorgetragene Geschichts-deutung des Friedenspfades, nicht auf die zusätzlichen Informationen der Manzke-Stiftung im Internet. Diese sind zwar über einen QR-Code abrufbar, spielen aber in der Praxis am Ort des Gedenkens kaum eine Rolle.