Mittwoch, 10.08.2022

Aufruf des Lüneburger Netzwerkes gegen Rechts

  Am 17. August 2022 möchte die Lüneburger AfD ihren „Wahlkampfauftakt“ in Glockenhaus durchführen. Für diese Veranstaltung kündigt der Lüneburger Kreisverband die beiden regionalen Direktkandidaten Stephan Bothe und Nicolas Lehrke, den Spitzenkandidaten in Niedersachsen Stefan Martischewski-Drewes sowie den Bundestagsabgeordneten aus Thüringen Stephan Brandner an.

Kundgebung gegen die AfD-Veranstaltung: 17. August 2022 – 17:30 Uhr – Glockenhof – Lüneburg

  Brandner gilt innerhalb der AfD als Vertreter des extremsten rechten Rands und ist als besonders übler Hetzer bekannt. Er ist heute stellv. Bundessprecher seiner Partei und ist Teil des faschistischen Flügels unter Björn Höcke. Der Serienhetzer Brandner hatte beispielsweise zum antisemitischen Anschlag von Halle menschenverachtende Tweets verbreitet, in welchen er zwischen Deutschen und Jüd*innen unterschied und trauernden Menschen vor der Synagoge vorwarf, dort „herumzulungern“. Seinen ekelerregenden Rassismus machte er u.a. dadurch deutlich, als äußerte, dass eine syrische Familie für ihn „Vater, Mutter und zwei Ziegen“ sei. Ansonsten besteht seine Rhetorik zumeist aus Beleidigungen und Beschimpfungen.

  Das Lüneburger Netzwerk gegen Rechts fordert die Absage dieser Veranstaltung und ruft zu einer Kundgebung im Glockenhof auf, um gemeinsam der rechten Hetze der AfD eine Absage zu erteilen und ein Zeichen für Demokratie, Vielfalt und eine solidarische Gesellschaft zu setzen.

Die AfD ist keine Alternative:

  Seit ihrer Gründung 2013 hat die sog. „Alternative für Deutschland“ sich immer weiter in Richtung einer völkisch-nationalistischen Partei entwickelt. Die AfD diffamiert demokratische, linke und gewerkschaftliche Kräfte ebenso wie soziale Einrichtungen. Die AfD führt einen Kulturkampf gegen die Freiheit von Wissenschaft, Kultur und Medien. Sie spaltet die Gesellschaft, bekämpft die Gleichberechtigung und befeuert Hass und Hetze. Die AfD ist eine zentrale Akteurin der autoritären Zuspitzung. Ihr aggressiver Rassismus ist eine permanente Bedrohung und mündet zu oft in brutalen Übergriffen und Morden und soll einen Diskurs in Teilen der Gesellschaft immer weiter nach rechts verschieben.

  Die AfD ist völkisch-nationalistisch, weil sie die Schaffung eines ethnisch-biologistisch definierten „deutschen Volkes“ fordert.
Sie ist sexistisch und frauenfeindlich, weil Frauen aufgefordert werden, auf „Karrieredenken“ zu verzichten und wieder mehr Lebenszeit mit Kindern als im Beruf zu verbringen und die Rolle der Frau in der Gesellschaft vor allem auf das Kinderkriegen reduziert. Die AfD ist homophob, denn sie propagiert heteronormative Geschlechterrollen und hetzt gegen Vielfalt von Lebensentwürfen und sexueller Identitäten. Die AFD hält die Emanzipation für abgeschlossen erklärt und will allen, die nicht ihrem traditionellen Geschlechterbild entsprechen, wesentliche Rechte vorenthalten will.
  Die AfD ist rassistisch, weil sie immer wieder gegen Migrant*innen hetzt und versucht, Feindschaft zu schüren zwischen Neuankommenden und denen die schon länger hier leben und weil Menschen mit anderer Herkunft als weniger Wert beschrieben werden.
  Die AfD leugnet die menschengemachte Klimaerwärmung und begrüßt sogar den CO2 Anstieg in der Atmosphäre. Sie fordert den Erhalt der umweltschädlichen Kohle-. Gas- und Atomkraftwerke.
Die AfD spaltet mit völkisch-nationalistischen und rassistischen Argumentationen die Gesellschaft und ist eine Partei des Sozialabbaus. Sie versucht sich mit populistischen Phrasen als „Partei der kleinen Menschen“ zu inszenieren und freut sich über die aktuelle Energie- und Preiskrise und versucht diese nationalistisch aufzuladen um Wähler*innenstimmen zu erhalten.
  Die AfD steht für einen autoritären und militaristischen Gesellschaftsentwurf und Krieg. Im russischen Autokraten und imperialistischen Kriegsherrn Putin sieht sie ein geistiges Vorbild und unterstützt somit den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine und die undemokratischen und reaktionären Verhältnisse in Russland.

  Die AfD ist heute eine Keimzelle eines neuen Faschismus in Deutschland und versucht in der Mitte der Gesellschaft Ausgrenzung, strukturelle Gewalt und Ressentiments gegenüber Andersdenkenden und gesellschaftlichen Minderheiten zu normalisieren. Mit ihren Veranstaltungen will die AfD rassistische, nationalistische, sexistische und sozial-chauvinistische Hetze verbreiten. Der von der AfD institutionalisierte menschenfeindliche Hass stellt einen Angriff auf eine offene Gesellschaft der Vielen dar und bedeutet den Ausschluss all jener Menschen, die die AfD tagtäglich als minderwertig herabwürdigt.

Unsere Alternative heißt Solidarität!

  Der AfD, die die zentralen Menschenrechte und Gleichwertigkeit aller Menschen angreift, darf kein öffentlicher Raum überlassen werden. Gegen die Inhalte und die gesamte Partei gilt es auf die Straße zu gehen und Widerstand zu organisieren.

  Wir stehen für eine solidarische Gesellschaft, in der Diskriminierung keinen Platz hat. Unsere Antworten auf Rassismus, Chauvinismus und Sexismus sind Gerechtigkeit, Wertschätzung, Gleichberechtigung und Solidarität!

  Wir stehen an der Seite von Geflüchteten und von allen, die rassistisch-, sexistisch- oder aus Gründen ihrer Religionszugehörigkeit diskriminiert und bedroht werden.

  Wir stehen an der Seite von allen Minderheiten, die nach dem Willen der AfD systematisch benachteiligt und ausgegrenzt werden sollen.

  Wir treten ein für die Lehren aus den deutschen Verbrechen der Vergangenheit, die sich niemals wiederholen dürfen.

  Wir wollen der AfD deutlich machen, dass es in unserem Lüneburg nach wie vor keinen Raum gibt für rassistische Hetze und menschenverachtende Positionen.

Keine Stimme der AfD!

  Noch sitzt die AfD als kleine Gruppe im niedersächsischen Landtag. Am 9. Oktober 2022 tritt sie erneut zur Landtagswahl an. Die AfD in Niedersachsen ist aktuell schwach und so zerstritten wie in kaum einem anderen Bundesland, ihre Fraktion im Landtag hat sich in den vergangenen Jahren wegen interner Machtkämpfe immer weiter verkleinert. Setzen wir in den kommenden Wochen also alles daran, sie unter die 5%-Hürde zu drücken. AfD raus aus dem Landtag!

„Die Egoisten und die Rassisten dürfen nicht Oberhand bekommen. Wir stehen an der Seite der Menschen, die für eine Welt des Friedens, der globalen Gerechtigkeit und der grenzenlosen Solidarität eintreten!“
Esther Bejarano (Auschwitz-Überlebende)

Kundgebung gegen die AfD-Veranstaltung

Mittwoch, 17. August 2022

17:30 Uhr

Glockenhof (vor dem Glockenhaus / C&A)

Lüneburg

Montag, 18.07.2022

Ja! Jeder und jede darf Mitglieder der AfD als Nazis und als Rassisten benennen

Auch oder gerade, wenn sie Polizeibeamte sind
Gericht spricht Antifaschisten in allen Anklagepunkten frei

Der angeklagte Antifaschist wurde von allen Anklagepunkten frei gesprochen. Der Richter begründete es mit einer fulminanten Ausführung zur Meinungsfreiheit und indem er rund ein Dutzend Zitate aus den Reihen der AfD verlas. Diese machten für ihn deutlich, dass ein Mitglied dieser Partei durchaus als Nazi und Rassist bezeichnet werden kann. Dies sei keine persönliche Beleidigung, sondern eine Tatsachenbehauptung.

Peter Gunkel

Freitag, 15.07.2022

Rassisten als solche benennen!

Das wird man ja wohl noch sagen dürfen!
Gegen die Kriminalisierung von Antifaschismus!

Am Montag, 18. Juli 2022 steht ein Antifaschist vor Gericht, weil er den Polizeibeamten und AfD-Ratsmitglied Neumann während einer Kundgebung als Rassisten benannt haben soll. Der Beschuldigte verbrachte die Nacht in Gewahrsam, was sich hinterher als rechtswidrig herausstellte. Während sich immer mehr extreme Rechte, Rassist*innen und Faschist*innen in den Sicherheitsbehörden tummeln, werden Antifaschist*innen, die das Kind beim Namen nennen, kriminalisiert. Rassist*innen als solche zu benennen, gehört zur Meinungsfreiheit und ist Ausdruck einer demokratischen Grundhaltung.
                                     Antifaschismus ist und bleibt der notwendige Grundkonsens!

Solidarische Prozessbegleitung:

Montag, 18. Juli 2022
ab 8:30 Uhr
Amtsgericht Lüneburg

Dienstag, 12.07.2022

Treffender als die Transparente, die den DGB-Hof schmückten kann man die Prinzipien denen Sonja Barthel ihr Leben lang folgte nicht ausdrücken. Freundschaft und Menschlichkeit in all ihren Lebenssituationen, aber unnachgiebig und konsequent gegen alles was Rechts ist.

  Über 70 Menschen gedachten Sonja Barthel im Rahmen einer beeindruckenden Gedenkfeier. Sie konnten sich Filme mit Sonja ansehen, auf einer großen Stelltafel konnten sie auf Fotos Szenen aus ihrem Leben nachvollziehen und sich in ein Kondolenzbuch eintragen. Sie hörten die Reden der Vertreter:innen der Organisationen, die zur Gedenkfeier eingeladen hatten. Erstaunlich immer wieder die Vielzahl von Organisationen und Gremien in den Sonja aktiv mitgearbeitet hat. Schon daraus lässt sich schließen, dass von ihr viele Bereiche des politischen Lebens in Lüneburg mitgeprägt wurden.
  Untermalt von Liedern Esther Bejaranos tauschten sich die Teilnehmer:innen über ihre Begegnungen mit Sonja aus. Gleichzeitig wurden diese Gespräche auch genutzt, um alte Kontakte zu pflegen und neue zu schaffen. Dabei war natürlich ebenfalls die Planung und Organisation zukünftiger politischer Projekte oder Aktionen Thema.                     –              Sicherlich ganz im Sinne von Sonja!

Peter Gunkel

Mittwoch, 06.07.2022

Einladung Sonja Barthel Gedenkfeier

Sonja Barthels Lebenserinnerungen 1917 bis 2006 – Das Buch: „Wie war das damals, erzähl` doch mal“
Auch erhältlich in der Ratsbücherei: Link zum Buch

Bitte daran denken: Die Corona-Pandemie ist noch nicht vorüber deshalb ist der Zugang zur Gedenkfeier nur bei vorheriger Anmeldung per eMail an:
sonja-gedenken@falken-lueneburg.de
bis spätestens Freitag, 08.07.2022 möglich ist. Der Platz ist begrenzt.

Da eventuell auch Programmpunkte in Innenräumen stattfinden empfehlen wir, sich testen zu lassen.

Sonntag 25.06.2022

Sonja Barthel - Wir werden dich nicht vergessen!

Unsere Mitstreierin Sonja Barthel ist wenige Tage nach ihrem 105. Geburtstag gestorben.

Seit 77 Jahren kämpfte sie als Mitglied der VVN-BdA-Lüneburg gegen Faschismus und Krieg.

Am 8. Mai ehrten wir Sonja im Zusammenhang mit ihrem 105. Geburtstag bei der Feier zur Befreiung vom Nationalsozialismus mit einer Rede:
„Am selben 17. April 1917, als Wladimir Lenin im fernen Petrograd die sogenannten April-Thesen vortrug (nämlich die Errichtung einer Republik auf Basis der Sowjets) …. Die komplette Rede auf SonjasErinnerungsseite lesen

Dienstag, 10.05.2022

Tag der Befreiung in Lüneburg - Die Feier auf dem Lambertiplatz

Erste Eindrücke eine Bildergalerie

Freitag, 06.05.2022

Der Tag der Befreiung in Lüneburg



Wir feiern den Tag der Befreiung und

das 75jährige Bestehen der

VVN/BdA

Das Festprogramm unter diesem Text

Sonntag, 01.05.2022

Zitatensammlung als Ausstellung der VVN-BdA-Lüneburg zu Krieg und Frieden